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     Der perfekte Hausverwalter     

 

ist 30 Jahre alt, familiär und insbesondere finanziell ungebunden und hat mindestens 40 Jahre Berufserfahrung in der Verwaltung und Vermietung von Wohnungseigentum, der gesamten Bauwerkssanierung und -Instandhaltung bis tief in die Bauphysik hinein.
Im Sozial-, Steuer-, Zwangsversteigerungs- und Grundbuchrecht ersetzt er jeden Rechtsanwalt, Steuerberater, Notar und Seelsorger. Selbstverständlich war er langjährig in der Mietverwaltung tätig und kennt sich deswegen dort und in allen Jura- und Psychologiefachgebieten genauestens aus, schließlich begann seine Ausbildung mit mehreren Semestern Theologie und Medizin. Selbstverständlich kann er auch abgeschlossene Ausbildungen in Elektro/Sanitär/Heizungs/Ver- und Entsorgungstechnik nachweisen um Handwerkerleistungen vor Ort selbst erbringen zu können.
Die meiste Zeit des Tages verbringt er jedoch mit der Überwachung der Hausmeister, der Handwerker, der Mieter und der Hausordnung/Hausreinigung/Kehrwoche, zudem macht er täglich mindestens 22 unsichtbare Hausbesuche und ist gleichzeitig immer und zu jeder Tages- und Nachtzeit im mobilen Büro in jeder Verwaltungseinheit erreichbar.

Der erfahrene und perfekte Hausverwalter macht es immer Allen recht - schließlich ist er stets engagiert und hat rund um die Uhr und auch an Feiertagen unermessliche Zeit für den einzelnen Wohnungseigentümer, Mieter und Verwaltungsbeirat. Stillstand, Pausen oder Urlaub kennt er nicht; seine Batterie ist stets voll aufgeladen.
Er kümmert sich stets auch persönlich um die vollständige Abwicklung sämtlicher Versicherungsschäden in den Wohnungen und erläutert auf Wunsch, warum Vermieter die Nebenkosten mit ihren Mietern abrechnen müssen - und nicht umgekehrt.
Er lässt auch kein Fortbildungsseminar, keinen Gerichtstermin, keinen Handwerkertermin und kein Fettnäpfchen aus, denn er ist immer darum bemüht, seinen Kunden das unkomplizierte deutsche Gesetzeswesen (das Einkommensteuergesetz, das Wohnungseigentumsgesetz, die Mietrechtsprechung, Gebührenordnung für Anwälte/Architekten/Ärzte, die Gemeinschafts- und die Hausordnung usw.) nahe zu bringen. Sollte dennoch etwas schief gehen, dann hat man ja immer den richtigen Ansprechpartner und Verantwortlichen parat.

Der Hausverwalter weiß auch um die stets knapp bemessene Zeit zwischen den Urlauben und Freizeitaktivitäten die Eigentümer für die jährliche Eigentümerversammlung erübrigen und langfristig planen müssen. Die Eigentümerversammlung eines perfekten Hausverwalters dauert deswegen genau dreißig Minuten.
In dieser Zeit erläutert er allen Anwesenden ausführlich und für jeden mit seinem Tischnachbarn beschäftigten Versammlungsteilnehmer die Tagesordnung und lässt jeden Miteigentümer mit seinen intimsten Anliegen zu Wort kommen und erzielt so die völlige Einigkeit unter den Anwesenden.
Er überreicht schon am nächsten Morgen nach der Versammlung jedem Eigentümer persönlich das Versammlungsprotokoll und erläutert noch einmal ausführlich den Sinn und die Tragweite der von den Eigentümern gefassten Beschlüsse.

Der motivierte Hausverwalter arbeitet an 365 Tagen des Jahres von 4.30 Uhr bis mindestens lange
nach Mitternacht und ersetzt so jederzeit den Hausmeister und den gewerkeübergreifenden Notdienst in der Wohnanlage. Sein überzogenes Verlangen nach Entlohnung erreicht bei einer ungeheuerlichen Gebühr von 10 €uro inklusive sämtlicher Nebenkosten und Steuern je Wohnung und Monat eine absolut unzumutbare  Schmerzgrenze für Wohnungseigentümer - rechnen darf er schließlich ja nur, wenn es um die Kostenanteile der Wohnungseigentümer und deren Steuergeschenke geht. Für seinen Lebensunterhalt hat er selbst und neben der Hausverwaltungstätigkeit her zu sorgen und hat nicht die finanznotgeplagten und finanziell stets überforderten Wohnungseigentümer damit zu belasten.

Wenn man ihn ansieht lächelt er die ganze Zeit mit ernstem Gesichtsausdruck zurück, denn er zeigt diesen stets vorhandenen unübersehbar leidenden Humor für die immer deutlich formulierten Wünsche seiner Wohnungseigentümer und die klaren Aussagen des Wohnungseigentumsgesetzes und der dazugehörenden sich fast täglich ändernden (un)logisch-rationalen Rechtsprechung. Selbstverständlich kümmert er sich als handwerklich begabter Mediziner und Mentaltrainer in so einem ernsten Fall dann dann auch gleich um die täglichen Befindlichkeiten und Finanzen seiner über diese ungerechte Welt enttäuschten Wohnungseigentümer und Mieter  ~  schließlich sind Fallpauschalen, Praxis- und Rezeptgebühren in der stets ungebührlich überhöhten Verwaltervergütung bereits enthalten. Damit er nicht übermütig und unverfroren wird wenn ihm vom Gesetzgeber und seinen Eigentümergemeinschaften zusätzliche Tätigkeiten auferlegt werden, für die er selbstverständlich keine Entlohnung einzufordern hat, wird er provilaktisch regelmäßig daran erinnert bzw. darauf angesprochen wie ausgesprochen gut es ihm doch geht ....

Der perfekte Hausverwalter hat nur den einen Fehler:

er ist immer in der Nachbargemeinschaft tätig !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 
 

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